Über Papaarade: Wir sind Martin und Robert

Wir sind Martin und Robert, seit 2012 ein Paar, seit 2020 verheiratet und seit Januar 2026 Väter. Heute leben wir als deutsch-amerikanische Familie in München.

Papaarade hat angefangen, weil wir unseren Weg zur Familie dokumentieren wollten. Damals drehte sich fast alles um den Kinderwunsch und die Frage, wie wir als zwei Männer überhaupt Eltern werden können. Inzwischen ist diese Frage beantwortet. Unser Sohn ist da, und unser Leben beschäftigt sich längst mit ganz anderen Dingen.

Mit Nächten, die anders laufen als geplant. Mit Arbeit und Elternzeit. Mit Verantwortung, Routinen und der Frage, wann eine Aufteilung eigentlich fair ist. Mit einer Beziehung, die schon lange vor dem Vatersein existierte und sich durch Elternschaft trotzdem verändert. Und immer wieder damit, dass zwei Väter dieselbe Situation ziemlich unterschiedlich erleben können.

Genau daraus ist das Papaarade geworden, das wir heute erzählen

Zwei Väter, die nicht immer gleich ticken

Dass wir beide Männer und beide Väter sind, bedeutet nicht, dass wir automatisch dieselbe Rolle in unserer Familie übernehmen.

Wir organisieren unterschiedlich, reagieren nicht immer gleich auf Stress und kommen bei Entscheidungen manchmal auf verschiedenen Wegen zum selben Ergebnis. Was für einen von uns sofort logisch erscheint, muss der andere vielleicht erst einmal durchdenken. In manchen Situationen ist einer gelassener, in anderen der andere.

Früher hätten wir wahrscheinlich versucht, viele dieser Dinge vorab möglichst sauber aufzuteilen. Seit wir tatsächlich Eltern sind, merken wir häufiger, dass ein gutes System vor allem eines können muss: sich verändern.

Papaarade erzählt deshalb nicht die Geschichte von zwei Vätern, die eine perfekte Form gleichberechtigter Elternschaft gefunden haben. Uns interessiert viel mehr, wie wir Verantwortung miteinander aushandeln, was funktioniert, was irgendwann nicht mehr funktioniert und was wir daraus lernen.

Angefangen hat alles zwischen New York und München

Unsere Geschichte begann im Sommer 2012. Robert lebte damals in New York und war mit dem Rucksack in Europa unterwegs, als Martin über einen gemeinsamen Freund sein Profil entdeckte und ihm anbot, ihm München zu zeigen. Ein paar Wochen später trafen wir uns in München und begannen unsere dreijährige Fernbeziehung zwischen New York und München.

New York und München, Besuche, Abschiede, Videoanrufe und irgendwann die Frage, wo unser gemeinsames Leben eigentlich stattfinden sollte.

2015 zog Robert nach Deutschland. 2020 heirateten wir. Irgendwann wurde aus der Frage nach unserem gemeinsamen Leben die Frage, ob wir auch gemeinsam Eltern werden möchten.

Für uns war schnell klar, dass es als schwules Paar keinen selbstverständlichen Weg dorthin geben würde. Wir beschäftigten uns mit unterschiedlichen Möglichkeiten und entschieden uns schließlich für eine Leihmutterschaft in Kalifornien.

Dieser Weg wurde zum ursprünglichen Kern von Papaarade. Wir dokumentierten die Suche nach unserer genetischen Mutter und unserer Tragemutter, medizinische Schritte, rechtliche Fragen, Schwangerschaft und Geburt und später auch den ganzen Papierkram, der nötig war, um als Familie nach Deutschland zurückzukehren.

Heute gehört all das zu unserer Familiengeschichte. Es ist aber nicht mehr die ganze Geschichte.

Heute sind wir einfach mitten im Familienleben

Seit unser Sohn geboren wurde, hat sich auch unser Blick auf Papaarade verändert.

Wir verbringen unseren Alltag nicht damit, über Leihmutterschaft oder darüber nachzudenken, dass wir eine Regenbogenfamilie sind. Meistens beschäftigen uns sehr viel gewöhnlichere Dinge. Wer übernimmt was? Wie bekommen wir Arbeit und Familie zusammen? Warum funktionierte eine Routine gestern hervorragend und heute überhaupt nicht mehr? Was braucht der eine von uns gerade, und was der andere?

Manche dieser Situationen sind lustig. Andere sind anstrengend oder beschäftigen uns länger, als wir erwartet hätten.

Genau dort möchten wir heute näher dran sein. Nicht nur an der außergewöhnlichen Geschichte, wie unsere Familie entstanden ist, sondern an dem ziemlich normalen und gleichzeitig völlig neuen Leben danach.

Eine deutsch-amerikanische Familie in Deutschland

Robert ist in den USA aufgewachsen, Martin in Deutschland. Unser gemeinsames Zuhause ist heute München.

Die amerikanische Seite unserer Familie endet damit natürlich nicht an der deutschen Grenze. Sie steckt in Sprache, Familie, Erinnerungen und Gewohnheiten und manchmal auch darin, dass wir bei einer Alltagssituation mit unterschiedlichen Vorstellungen starten.

Wir versuchen dabei nicht, jede Verschiedenheit zu einem Kulturvergleich zu machen. Manches hat mit Herkunft zu tun, vieles schlicht mit Persönlichkeit.

Seit wir Väter sind, fällt uns trotzdem häufiger auf, welche Selbstverständlichkeiten jeder von uns aus seiner eigenen Familie und seinem eigenen Umfeld mitgebracht hat. Welche davon einmal zu unserer gemeinsamen Familienkultur gehören, entwickelt sich gerade erst.

Warum wir Papaarade öffentlich machen

Als wir mit unserem Kinderwunsch begonnen haben, fanden wir viele medizinische und rechtliche Informationen, aber deutlich weniger persönliche Einblicke von Familien, die einen solchen Weg tatsächlich selbst gegangen waren.

Deshalb begannen wir zu erzählen.

Das machen wir bis heute, auch wenn sich die Themen verändert haben. Bei komplexen Fragen recherchieren wir und versuchen sauber zu unterscheiden, was allgemeine Information ist und was nur unsere eigene Erfahrung beschreibt. Bei unserem Familienalltag interessiert uns dagegen oft gerade das Persönliche: Wie haben wir eine Situation erlebt? Warum waren wir unterschiedlicher Meinung? Was haben wir verändert?

Wir möchten keine Familie vorspielen, bei der immer alles funktioniert. Aber wir möchten auch nicht jede Schwierigkeit aufblasen, nur weil daraus eine gute Geschichte entstehen könnte.

Unser Alltag darf meistens einfach so groß oder klein bleiben, wie er tatsächlich war.

Warum eigentlich Papaarade?

Als wir nach einem Namen gesucht haben, gefiel uns an Papaarade, dass darin gleich mehrere Teile unserer Geschichte stecken.

Papa ist inzwischen ziemlich offensichtlich: Wir wollten Väter werden und sind es heute.

Paar gehört genauso dazu. Papaarade erzählt nicht nur über Vatersein, sondern auch über uns beide und darüber, wie sich unsere Beziehung durch Kinderwunsch und Elternschaft verändert hat.

Und Parade stand für uns von Anfang an für Sichtbarkeit und dafür, dass Familie sehr unterschiedlich aussehen kann.

Der Name passt deshalb heute eigentlich besser zu uns als am Anfang. Damals dokumentierten wir vor allem unseren Weg zur Elternschaft. Heute geht es genauso darum, wie wir als Paar und als zwei Väter Familie leben.

Unser Sohn gehört zu unserer Familie, nicht zu unserer öffentlichen Marke

Mit dem Elternwerden mussten wir entscheiden, wie viel Familienleben wir überhaupt öffentlich erzählen möchten.

Unser Sohn ist natürlich Teil unseres Alltags. Trotzdem soll seine Kindheit nicht zu einem fortlaufenden öffentlichen Archiv werden. Wir zeigen sein Gesicht nicht öffentlich, verwenden nicht seinen Namen oder seine Stimme und erzählen Geschichten so, dass die Perspektive bei uns als Eltern bleibt.

Wenn eine Nacht schwierig war, können wir darüber sprechen, wie wir damit umgegangen sind. Wenn wir eine Entscheidung treffen mussten, können wir erzählen, warum wir uns dafür entschieden haben. Dinge, die hauptsächlich seine persönliche Geschichte wären, müssen dagegen nicht ins Internet.

Diese Grenze macht Papaarade manchmal weniger unmittelbar. Für uns ist sie trotzdem wichtiger als zusätzliche Reichweite.

Was Papaarade heute ausmacht

Wenn du uns neu gefunden hast, gibt es drei sehr unterschiedliche Wege in unsere Geschichte.

Wie unsere Familie möglich wurde

Unsere Familiengründung führte über eine Leihmutterschaft in Kalifornien. Dort erzählen wir über unsere Entscheidung, Eizellspende und Embryonenerstellung, die Suche nach unserer Tragemutter, Schwangerschaft, Geburt, Kosten und die Anerkennung in Deutschland.

Leihmutterschaft & Familiengründung entdecken

Wie wir heute Vatersein leben

Seit Januar 2026 geht es bei uns um die Zeit nach dem Kinderwunsch. Wie teilen zwei Väter Verantwortung? Was verändert Elternschaft in einer langjährigen Beziehung? Und was passiert, wenn beide dieselbe Situation unterschiedlich lösen würden?

Zwei Papas & moderne Vaterschaft entdecken

Wie Deutschland und die USA unsere Familie prägen

Robert ist Amerikaner, Martin Deutscher, und unser Familienleben findet heute in München statt. Dabei begegnen uns Sprache, Zugehörigkeit, Reisen und unterschiedliche kulturelle Erfahrungen immer wieder auf eine neue Weise.

Unser deutsch-amerikanisches Familienleben entdecken

Wenn du uns näher kennenlernen möchtest

Im Blog können wir Dinge in Ruhe aufschreiben und recherchieren. Im Podcast ist mehr Platz für die Gedanken und Umwege dahinter. Auf YouTube erzählen wir Geschichten, bei denen Bilder und Situationen mehr sagen als ein langer Artikel.

Und auf Instagram passiert meistens das, was zwischen diesen größeren Geschichten liegt: kleine Beobachtungen aus unserem Alltag, Dinge, die gerade funktionieren, und gelegentlich auch etwas, das wir ein paar Tage später schon wieder anders machen.

Papaarade ist mit unserem Kinderwunsch entstanden. Heute wächst es mit uns als Familie weiter.

Papaarade ist unser Weg, Familie sichtbar zu machen: als zwei Väter, als Regenbogenfamilie, als deutsch-amerikanisches Paar und als Eltern, die ihren eigenen Weg gegangen sind.

Wir möchten zeigen, dass moderne Familie viele Formen haben kann. Dass Elternschaft nicht an Rollenbildern scheitern muss. Und dass persönliche Geschichten anderen Mut machen können, ohne einfache Antworten zu versprechen.

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