Eizellspende, Samenproben und Embryonenschaffung: unser medizinischer Weg

Veröffentlicht am 5. November 2024 um 10:59

Wie entstehen bei einer Leihmutterschaft für zwei Männer eigentlich Embryonen? Was passiert zwischen der Eizellspende, unseren Samenproben und dem Moment, in dem ein Embryo für einen späteren Transfer bereit ist?

Dieser Teil unserer Familiengründung fand lange vor der Schwangerschaft statt und war medizinischer, als wir zu Beginn unseres Kinderwunsches wahrscheinlich selbst verstanden haben. Unsere genetische Mutter durchlief Untersuchungen, eine hormonelle Stimulation und schließlich die Eizellentnahme. Wir beide gaben Samenproben ab. Die gewonnenen Eizellen wurden zunächst kryokonserviert und später für die Embryonenerstellung verwendet.

Im Labor wurden sie zwischen unseren beiden Proben aufgeteilt und bei uns mittels ICSI befruchtet. Die daraus entstandenen Embryonen wurden mehrere Tage weiter kultiviert, später für PGT-A untersucht und schließlich ebenfalls kryokonserviert.

Wir beschreiben hier unseren eigenen medizinischen Weg in Kalifornien. Das ist keine Anleitung dafür, wie eine IVF-Behandlung oder eine Leihmutterschaft bei anderen Menschen ablaufen sollte. Wo Fachbegriffe oder medizinische Risiken eine Rolle spielen, ergänzen wir unsere Erfahrung mit aktuellen Fachquellen.

Erstmals veröffentlicht: 5. November 2024
Medizinische Informationen anhand aktueller Fachquellen geprüft: 15. August 2026
Von: Martin & Robert · Papaarade

Wichtiger Hinweis: Wir sind keine Ärzte oder Reproduktionsmediziner. Behandlungspläne, Medikamente, Laborverfahren, genetische Untersuchungen und individuelle Risiken unterscheiden sich. Diese Seite beschreibt unsere Erfahrung und dient der Orientierung, nicht der medizinischen Beratung.

Wer an diesem Teil unserer Familiengründung beteiligt war

Bei einer gestationellen Leihmutterschaft für zwei Männer werden für die Embryonenerstellung neben Spermien auch Eizellen benötigt.

Die Eizellen stammten in unserem Fall von unserer genetischen Mutter. Martin und Robert gaben jeweils eine Samenprobe ab. Unsere Tragemutter war an dieser Phase noch nicht beteiligt. Sie kam später hinzu, als ein Embryo für den Transfer ausgewählt und die Schwangerschaft vorbereitet wurde. Genetisch war sie nicht mit unserem Sohn verwandt.

Wenn wir allgemein über diesen medizinischen Prozess sprechen, verwenden wir den Begriff Eizellspenderin. Wenn wir über die konkrete Frau in unserer eigenen Familiengeschichte sprechen, nennen wir sie die genetische Mutter unseres Sohnes.

Wie wir sie gefunden haben, welche Kriterien für uns wichtig waren und wie wir diese Entscheidung erlebt haben, erzählen wir ausführlicher in unserem Beitrag über die Eizellspende in den USA: Auswahl, Ablauf und unsere Erfahrungen

Was unsere genetische Mutter medizinisch durchlaufen hat

Untersuchungen vor der Eizellspende

Bevor die eigentliche Behandlung beginnen konnte, wurde unsere genetische Mutter medizinisch untersucht. Bei ihr gehörten dazu unter anderem eine medizinische Anamnese, Bluttests auf übertragbare Infektionen, genetische Untersuchungen, ein hormonelles beziehungsweise reproduktionsmedizinisches Profil und eine psychologische beziehungsweise psychoedukative Begleitung.

Damals waren das für uns zunächst einzelne Schritte auf einer langen Liste. Rückblickend sehen wir stärker, was dahinterstand. Noch bevor überhaupt eine Eizelle gewonnen werden konnte, investierte eine andere Person Zeit und körperliche Energie in unseren Kinderwunsch.

Auch die heutigen Empfehlungen der American Society for Reproductive Medicine unterscheiden bei Eizellspenden zwischen medizinischem Screening, Infektionsdiagnostik, genetischer Risikoabschätzung und psychoedukativer Beratung.

Hormonelle Stimulation und viele Termine

Nach ihrer medizinischen Freigabe begann unsere genetische Mutter mit der hormonellen Stimulation der Eierstöcke. In unserem damaligen Ablauf bedeutete das ungefähr 10 bis 14 Tage mit täglichen Injektionen.

Das Ziel war, mehrere Follikel gleichzeitig zur Entwicklung zu bringen, damit bei der späteren Entnahme mehrere Eizellen gewonnen werden konnten. Während dieser Zeit wurde sie regelmäßig kontrolliert, unter anderem mit Ultraschalluntersuchungen und Bluttests. Anhand dieser Entwicklung legte die Klinik schließlich den Zeitpunkt der finalen Injektion und der Eizellentnahme fest.

Sie hat uns diese Phase später als körperlich anstrengend beschrieben. Gleichzeitig fühlte sie sich nach eigener Aussage von der Klinik gut betreut. Die Termine und Injektionen mussten in ihren Alltag passen, ihr Körper reagierte auf die Medikamente, und natürlich wusste auch sie vorher nicht genau, wie dieser Zyklus verlaufen würde.

Emotional beschrieb sie uns die Erfahrung als intensiv, aber auch als erfüllend, weil sie wusste, weshalb sie den Prozess durchlief und dass sie uns damit bei unserem Kinderwunsch half. Das ist ihre persönliche Erfahrung, so wie sie sie uns damals geschildert hat. Andere Eizellspenderinnen können denselben Prozess völlig anders erleben.

Die Eizellentnahme

Nach Abschluss der Stimulation folgte die Eizellentnahme. In unserem Behandlungsablauf fand sie ungefähr 36 Stunden nach der finalen Injektion statt.

Der Eingriff erfolgte unter Sedierung und Ultraschallkontrolle. Anschließend blieb unsere genetische Mutter zunächst zur Beobachtung in der Klinik.

An diesem Punkt wurde uns noch einmal deutlicher, wie unterschiedlich unsere Rollen in diesem medizinischen Prozess waren. Für uns bestand vieles aus Gesprächen, Formularen, Untersuchungen und später der Abgabe einer Samenprobe. Sie hatte über Tage Medikamente genommen und Arzttermine wahrgenommen und durchlief schließlich einen invasiven Eingriff, damit überhaupt Eizellen für unsere Familiengründung vorhanden waren.

Diese körperliche Seite der Eizellspende würden wir heute stärker betonen als zu Beginn unseres eigenen Kinderwunsches.

Welche Risiken mit einer Eizellspende verbunden sein können

Eine Eizellspende ist kein risikofreier medizinischer Vorgang. Die hormonelle Stimulation und die Eizellentnahme können Nebenwirkungen und Komplikationen mit sich bringen. Dazu zählen unter anderem Beschwerden durch die ovarielle Stimulation, ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom, kurz OHSS, sowie seltene Komplikationen der Eizellentnahme wie Blutungen, Infektionen oder eine Torsion des Eierstocks.

Die American Society for Reproductive Medicine beziffert in einer Fachstellungnahme das Risiko eines schweren OHSS bei einer Eizellspende auf ungefähr 1 bis 2 Prozent pro Entnahmezyklus. Akute schwere Komplikationen wie Beckeninfektionen, intraabdominelle Blutungen oder eine Ovarialtorsion werden dort insgesamt mit unter 0,5 Prozent angegeben. Gleichzeitig weist die Fachgesellschaft darauf hin, dass insbesondere zu wiederholten Eizellspenden nur begrenzte Langzeitdaten vorliegen.

Diese Perspektive gehört für uns heute selbstverständlich zur Geschichte dazu. Es war unser Kinderwunsch, aber die körperliche Belastung dieses Teils des Prozesses trug unsere genetische Mutter.

Unser medizinischer Teil als zwei Intended Fathers

Auch wir wurden untersucht

Parallel zu beziehungsweise vor der Embryonenerstellung wurden auch wir medizinisch untersucht.

Bei uns gehörten dazu unter anderem Tests auf Infektionskrankheiten und genetische Screening-Untersuchungen. Welche Untersuchungen erforderlich oder empfohlen sind, hängt von der konkreten Behandlungskonstellation ab. In den USA bestehen bei Zyklen mit einer Gestational Carrier auch für die verwendeten Spermien- und Eizellquellen bestimmte Screening-Anforderungen; Fachgesellschaften empfehlen darüber hinaus unter anderem genetische Risikoabklärung.

Unsere Samenproben

Der eigentliche Moment der Samenabgabe war im Vergleich zu allem, was unsere genetische Mutter durchlief, ziemlich unspektakulär.

Wir gaben beide in der Klinik jeweils eine Samenprobe ab.

Die Klinik hatte dafür einen eigenen Raum. Die Probe wurde in einem dafür vorgesehenen Behälter abgegeben und anschließend im Labor weiterverarbeitet.

Für uns war dieser Moment gleichzeitig erstaunlich banal und ziemlich bedeutungsvoll.

Auf der einen Seite: ein Klinikraum und ein Becher.

Auf der anderen: genetisches Material, aus dem vielleicht unser zukünftiges Kind entstehen würde.

Die Eizellen wurden zwischen uns aufgeteilt

Eine Besonderheit unseres Weges war, dass wir beide die Möglichkeit haben wollten, genetischer Vater eines Kindes zu werden.

Deshalb wurden die verfügbaren Eizellen für die Embryonenerstellung zwischen unseren beiden Samenproben aufgeteilt.

Ein Teil wurde mit Martins Spermien befruchtet, der andere mit Roberts.

Wir wussten zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht, welche Embryonen entstehen würden und welcher davon später tatsächlich übertragen werden könnte.

Es war zunächst einfach die Möglichkeit, Embryonen von uns beiden entstehen zu lassen.

Unser medizinischer Teil als zwei Intended Fathers

Auch wir wurden vor beziehungsweise im Zusammenhang mit der Embryonenerstellung medizinisch untersucht. Dazu gehörten bei uns unter anderem Tests auf Infektionskrankheiten und genetische Screening-Untersuchungen.

Welche Untersuchungen erforderlich oder medizinisch sinnvoll sind, hängt von der konkreten Behandlungssituation ab. In unserem Fall gehörte dieses Screening zu den Voraussetzungen, bevor unsere Proben für die weitere Behandlung verwendet wurden.

Unsere Samenproben

Die Samenabgabe selbst war im Vergleich zu dem, was unsere genetische Mutter durchlaufen hatte, erstaunlich unspektakulär. Wir bekamen in der Klinik jeweils einen dafür vorgesehenen Raum und gaben dort unsere Probe in einem entsprechenden Behälter ab. Anschließend wurde sie im Labor weiterverarbeitet.

Es war einer dieser Momente, die von außen vollkommen banal wirken können. Klinikraum, Behälter, Probe abgeben, fertig. Gleichzeitig wussten wir natürlich, warum wir dort saßen. Aus diesen Proben könnten Embryonen entstehen und vielleicht irgendwann unser Kind.

Warum die Eizellen zwischen uns aufgeteilt wurden

Uns war wichtig, dass wir beide die Möglichkeit haben, genetischer Vater eines Kindes zu werden. Deshalb wurden die für die Embryonenerstellung verwendeten Eizellen zwischen unseren beiden Samenproben aufgeteilt. Ein Teil wurde mit Martins Spermien befruchtet, der andere mit Roberts.

Zu diesem Zeitpunkt wussten wir natürlich nicht, welche Embryonen überhaupt entstehen und sich weiterentwickeln würden oder welcher davon irgendwann für einen Transfer infrage kommen könnte. Wir wollten zunächst die Möglichkeit schaffen, Embryonen von uns beiden zu haben.

Von den Eizellen zu unseren Embryonen

Die Eizellen unserer genetischen Mutter wurden nach der Entnahme zunächst kryokonserviert und zu einem späteren Zeitpunkt für die Embryonenerstellung verwendet. Sie wurden dafür wieder aufgetaut, zwischen unseren beiden Proben aufgeteilt und anschließend im Labor befruchtet.

Unsere Klinik verwendete bei uns ICSI, die intrazytoplasmatische Spermieninjektion. Dabei wird ein einzelnes Spermium direkt in eine reife Eizelle injiziert.

Auch die Centers for Disease Control and Prevention beschreiben ICSI als Verfahren, bei dem ein einzelnes Spermium direkt in eine Eizelle eingebracht wird. Es handelt sich um eine Methode innerhalb der assistierten Reproduktion, die je nach medizinischer Situation eingesetzt werden kann.

Für unsere Geschichte ist dabei vor allem eines wichtig: Bei uns wurde ICSI verwendet. Daraus leiten wir nicht ab, dass diese Methode bei jeder IVF oder jeder Leihmutterschaft notwendig oder überlegen wäre. Welche Form der Befruchtung sinnvoll ist, gehört in die medizinische Beratung der behandelnden Klinik.

Dann konnten wir nur noch warten

Nach der Befruchtung lag erst einmal nichts mehr in unserer Hand. Im Labor wurde beobachtet, welche Eizellen befruchtet worden waren und wie sich die daraus entstandenen Embryonen weiterentwickelten.

Bis dahin hatte sich unser Kinderwunsch über Jahre vor allem in Planung ausgedrückt. Wir hatten recherchiert, mit Agenturen gesprochen, Profile gelesen, Verträge besprochen und Untersuchungen organisiert. Jetzt ging es plötzlich um eine sehr einfache und gleichzeitig riesige Frage: Entwickelt sich im Labor tatsächlich ein Embryo weiter?

Die Embryonen wurden über mehrere Tage kultiviert. Ein Teil erreichte nach fünf bis sechs Tagen das Blastozystenstadium.

Wir würden heute bewusst keine starre Entwicklungstabelle mehr verwenden, nach der ein Embryo an einem bestimmten Tag zwingend eine bestimmte Zellzahl oder Entwicklungsstufe erreichen müsste. Embryonalentwicklung ist biologisch variabel, und ihre Beurteilung gehört ins embryologische Labor.

Für uns zählte damals vor allem die Nachricht, dass tatsächlich Blastozysten entstanden waren, mit denen die nächsten Schritte möglich wurden.

Warum wir uns für PGT-A entschieden haben

Unsere Ärzte empfahlen uns damals ein PGT-A-Screening, also Preimplantation Genetic Testing for Aneuploidy. Wir entschieden uns dafür.

Beim PGT-A werden Zellen eines Embryos auf Auffälligkeiten der Chromosomenzahl untersucht. Die Ergebnisse können in die Entscheidung einfließen, welche Embryonen später für einen Transfer infrage kommen. Im Rahmen dieser Untersuchung erhielten wir bei unseren getesteten Embryonen auch weitere Informationen, beispielsweise zum Geschlecht.

Damals war PGT-A für uns einfach ein Teil des medizinischen Plans, den wir gemeinsam mit unserer Klinik gewählt hatten. Heute würden wir genauer erklären, was ein solches Screening leisten kann und wo seine Grenzen liegen.

PGT-A schließt chromosomale Auffälligkeiten nicht mit absoluter Sicherheit aus. ASRM weist unter anderem darauf hin, dass Mosaikbefunde, segmentale Auffälligkeiten oder nicht auswertbare Ergebnisse auftreten können und auch eine Fehlklassifikation nicht vollständig ausgeschlossen werden kann. Die Fachgesellschaft betont außerdem, dass ein routinemäßiger Nutzen von PGT-A für alle IVF-Patientinnen und -Patienten nicht nachgewiesen ist.

Unsere Klinik empfahl uns die Untersuchung und wir entschieden uns dafür. Ob PGT-A in einer anderen Behandlungssituation sinnvoll ist, kann daraus nicht abgeleitet werden und sollte individuell mit Reproduktionsmedizin und gegebenenfalls genetischer Beratung besprochen werden.

Als aus Laborwerten tatsächlich Embryonen wurden

Die Blastozysten, die für unsere weitere Planung infrage kamen, wurden nach der Untersuchung kryokonserviert. Damit gab es in unserem Prozess also zwei unterschiedliche Zeitpunkte, an denen Kryokonservierung eine Rolle spielte: zunächst bei den Eizellen unserer genetischen Mutter und später bei den entstandenen Embryonen.

Medizinisch war das ein weiterer Schritt im Labor. Für uns fühlte es sich anders an.

Wir hatten jahrelang darüber gesprochen, eine Familie zu gründen. Wir hatten uns für diesen Weg entschieden, unsere genetische Mutter gefunden und erlebt, wie sie die medizinische Behandlung durchlief. Wir selbst hatten Untersuchungen gemacht und unsere Samenproben abgegeben. Dann kamen die Nachrichten aus dem Labor.

Irgendwann stand fest: Es gibt Embryonen.

Natürlich gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine Schwangerschaft. Unsere Tragemutter war noch nicht Teil dieser medizinischen Phase und niemand konnte uns garantieren, dass aus einem dieser Embryonen tatsächlich einmal ein Kind entstehen würde.

Trotzdem hatte sich etwas verändert. Zum ersten Mal bestand unser Kinderwunsch nicht mehr nur aus Plänen für eine mögliche Zukunft. Es gab tatsächlich Embryonen, die aus all diesen vorherigen Entscheidungen entstanden waren.

Warum wir mit kryokonservierten Eizellen gearbeitet haben

In unserem Prozess wurden die Eizellen unserer genetischen Mutter nach der Entnahme kryokonserviert und später für die Embryonenerstellung verwendet. Für unseren konkreten Ablauf brachte das organisatorische Möglichkeiten mit sich.

Daraus möchten wir allerdings keine allgemeine Aussage darüber ableiten, ob frische oder eingefrorene Eizellen grundsätzlich die bessere Wahl sind. Die Erfolgsaussichten eines IVF-Prozesses hängen von vielen Faktoren ab, darunter Alter und medizinische Voraussetzungen der Eizellspenderin, Laborbedingungen, das verwendete Kryokonservierungsverfahren, die Befruchtung und die weitere Embryonalentwicklung.

Unser Weg war eine konkrete Behandlungskonstellation. Für andere Menschen kann die medizinisch sinnvolle Entscheidung anders aussehen.

Was wir über diese Phase heute anders erzählen

Als wir am Anfang unseres Kinderwunsches von Eizellspende gesprochen haben, klang das manchmal fast wie ein einzelner Punkt auf einer To-do-Liste. Eizellen finden, Embryonen schaffen, weiter zum nächsten Schritt.

Heute sehen wir darin viel stärker die medizinische Behandlung unserer genetischen Mutter. Hinter dem Begriff standen Untersuchungen und genetische Tests, psychologische Begleitung, tägliche Injektionen, Arzttermine, Blutabnahmen, Ultraschalluntersuchungen, eine Eizellentnahme und die Erholungszeit danach. Dazu kam die Unsicherheit, wie ihr Körper auf die Behandlung reagieren würde und wie viele Eizellen am Ende überhaupt gewonnen werden könnten.

Das möchten wir nicht hinter dem technisch klingenden Wort Eizellspende verschwinden lassen.

Gleichzeitig wirkt unsere Geschichte im Rückblick viel geradliniger, als sie sich damals angefühlt hat. Heute können wir sagen: Wir fanden unsere genetische Mutter, es wurden Eizellen gewonnen, daraus entstanden Embryonen und irgendwann führte einer dieser Embryonen zu unserem Sohn.

Damals kannten wir dieses Ende noch nicht. Nicht jede Eizelle wird befruchtet und nicht aus jeder befruchteten Eizelle entsteht eine Blastozyste. Auch ein vorhandener Embryo bedeutet noch keine Schwangerschaft und erst recht keine Geburt. Zwischen den einzelnen Laborergebnissen blieb deshalb immer die Möglichkeit, dass unser Weg anders weitergehen würde, als wir hofften.

ICSI, PGT-A und Kryokonservierung gehörten zu unserem Behandlungsplan. Wir erzählen diese Schritte, weil sie Teil unserer Familiengeschichte sind, nicht weil daraus ein allgemeiner Ablauf für Leihmutterschaft oder IVF entstehen soll.

Wann unsere Tragemutter medizinisch ins Spiel kam

Die Embryonenerstellung und der spätere Embryotransfer waren bei uns zwei getrennte Phasen.

Während die Embryonen entstanden, hatte unsere Tragemutter noch keinen Transfer. Erst nachdem Embryonen vorhanden waren, wir mit unserer Tragemutter gematcht waren und die notwendigen medizinischen und rechtlichen Voraussetzungen erfüllt waren, konnte die Vorbereitung auf den Embryotransfer beginnen.

Wie dieser Teil in den gesamten Weg eingebettet war, erklären wir in unserem Überblick Leihmutterschaft USA: den gesamten Ablauf von der Planung bis zur Geburt ansehen


FAQ zu unserem medizinischen Weg

Haben Martin und Robert beide Samenproben abgegeben?

Ja. Wir gaben beide jeweils eine Samenprobe ab. Die Eizellen wurden für die Embryonenerstellung zwischen unseren beiden Proben aufgeteilt, sodass Embryonen mit genetischem Material von Martin und Embryonen mit genetischem Material von Robert entstehen konnten.

Welche Befruchtungsmethode wurde bei euch verwendet?

Unsere Klinik verwendete bei uns ICSI. Dabei wird ein einzelnes Spermium direkt in eine reife Eizelle injiziert. Das beschreibt unseren konkreten Behandlungsplan und ist keine allgemeine Empfehlung für andere IVF-Zyklen.

Habt ihr PGT-A durchführen lassen?

Ja. Unsere Ärzte empfahlen uns PGT-A und wir entschieden uns dafür. Wir würden heute allerdings nicht mehr formulieren, dass dadurch sämtliche chromosomalen Auffälligkeiten sicher ausgeschlossen werden können. PGT-A ist ein Screeningverfahren und hat Grenzen.

Wie lange dauerte die hormonelle Stimulation eurer genetischen Mutter?

In unserem Behandlungsablauf dauerte die Phase mit täglichen Hormoninjektionen ungefähr 10 bis 14 Tage. Andere Behandlungspläne können davon abweichen.

Wie hat eure genetische Mutter die Eizellspende erlebt?

Sie beschrieb uns den Prozess damals als körperlich anstrengend, fühlte sich nach eigener Aussage aber gut medizinisch betreut. Vor allem die vielen Termine und Injektionen bedeuteten Zeit und Aufwand.

Emotional beschrieb sie ihre Erfahrung uns gegenüber als intensiv, gleichzeitig aber auch als erfüllend, weil sie wusste, dass sie uns damit bei unserem Kinderwunsch half. Wir geben hier bewusst nur das wieder, was sie uns selbst über ihre Erfahrung erzählt hat.

Habt ihr frische oder eingefrorene Eizellen verwendet?

Wir verwendeten kryokonservierte Eizellen. Die Eizellen unserer genetischen Mutter wurden nach der Entnahme zunächst eingefroren und zu einem späteren Zeitpunkt für unsere Embryonenerstellung verwendet. Daraus leiten wir keine allgemeine Empfehlung für andere Familien oder IVF-Behandlungen ab.


Quellen und medizinischer Prüfstand

Für die allgemeinen medizinischen Erläuterungen dieser Seite haben wir insbesondere folgende Fach- und Behördenquellen verwendet:

Medizinischer Prüfstand: 15. August 2026.

Hinweis: Medizinische Standards, Labormethoden und Empfehlungen entwickeln sich weiter. Was in unserem konkreten Behandlungsplan sinnvoll war, muss deshalb nicht für eine andere Person oder einen anderen IVF-Zyklus geeignet sein.

Wenn aus Laborwerten plötzlich Familiengeschichte wird

Wenn wir heute auf diese Phase zurückblicken, erinnern wir uns natürlich an Spritzen, Untersuchungen, Samenproben und die Anrufe aus dem Labor. Vor allem erinnern wir uns aber an dieses ständige Warten: Wie viele Eizellen konnten verwendet werden? Welche wurden befruchtet? Wie viele Embryonen entwickelten sich weiter?

Von außen ist das ein sehr technischer Teil einer Kinderwunschbehandlung. Für uns war es der Moment, in dem eine jahrelange Vorstellung zum ersten Mal etwas Greifbares bekam.

In der passenden Podcastfolge erzählen wir deshalb weniger über Laborverfahren und viel mehr darüber, wie wir diese Wochen selbst erlebt haben. Wie sich die Eizellspende unserer genetischen Mutter, die Entstehung unserer Embryonen, das genetische Screening und vor allem das Warten für uns angefühlt haben.

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