Eizellspende USA: Ablauf, Auswahl & Erfahrungen
Wie funktioniert eine Eizellspende in den USA? Welche medizinischen und genetischen Untersuchungen gehören dazu, wie wählt man eine Eizellspenderin aus und welche Fragen sollte man schon vorher zu Herkunft, Kontakt und später verfügbaren Informationen klären?
Für zwei Männer, die über eine gestationelle Leihmutterschaft Eltern werden möchten, ist die Eizellspende ein eigener Teil der Familiengründung. Die Eizellspenderin stellt die Eizellen zur Verfügung, aus denen zusammen mit Spermien Embryonen entstehen können. Die Tragemutter ist bei einer gestationellen Leihmutterschaft eine andere Person und genetisch nicht mit dem Embryo verwandt.
Wir sind Martin und Robert und haben diesen Prozess selbst in Kalifornien durchlaufen. Als wir damals mit der Suche begannen, dachten wir zunächst vor allem an Profile, medizinische Daten und die Frage, welche Frau zu uns passen könnte. Je weiter wir kamen, desto deutlicher wurde aber, dass hinter dieser Entscheidung sehr viel mehr steckt. Es geht um eine medizinische Behandlung, um genetische Herkunft, um Informationen, die auch viele Jahre später noch wichtig sein können, und am Ende natürlich um einen echten Menschen, der dauerhaft Teil der Herkunftsgeschichte unseres Kindes sein wird.
Auf dieser Seite verbinden wir deshalb die wichtigsten Grundlagen zur Eizellspende in den USA mit unserer eigenen Erfahrung bei der Suche nach der genetischen Mutter unseres Sohnes.
Inhaltlich und medizinisch geprüft: 15. August 2026
Von: Martin & Robert · Papaarade
Wichtiger Hinweis: Diese Seite verbindet unsere persönliche Erfahrung mit recherchierten Informationen. Wir sind keine Ärzte, genetischen Berater oder Rechtsanwälte. Medizinische Protokolle, genetische Untersuchungen und rechtliche Anforderungen unterscheiden sich je nach Klinik, Programm, Bundesstaat und individueller Situation und sollten mit entsprechend qualifizierten Fachpersonen geklärt werden.
Eizellspenderin und genetische Mutter: Was wir mit den Begriffen meinen
Wenn wir über den allgemeinen medizinischen Prozess sprechen, verwenden wir den Begriff Eizellspenderin. Wenn wir über die konkrete Frau in unserer eigenen Familiengeschichte sprechen, nennen wir sie die genetische Mutter unseres Sohnes.
Von ihr stammen die Eizellen, aus denen unsere Embryonen entstanden. Unsere Tragemutter wiederum trug später einen dieser Embryonen aus und war genetisch nicht mit unserem Sohn verwandt.
Diese Unterscheidung ist für uns wichtig, weil es zwei unterschiedliche Frauen mit zwei unterschiedlichen Rollen in unserer Familiengeschichte sind. Wir leiten daraus aber nicht ab, welche Begriffe andere Familien für sich verwenden sollten.
Warum uns Sprache bei Tragemutter und genetischer Mutter wichtig ist
Wie eine Eizellspende in den USA grundsätzlich abläuft
Den einen einheitlichen Ablauf für eine Eizellspende in den USA gibt es nicht. Klinik, Programm, Art der Spende und konkrete Behandlungskonstellation spielen eine Rolle.
Typischerweise müssen mehrere Dinge zusammenkommen: Eine Eizellspenderin wird ausgewählt beziehungsweise gematcht und medizinisch untersucht. Dazu können Infektionsscreening, genetische Risikoabklärung und psychoedukative Beratung gehören. Je nach Verfahren folgen hormonelle Stimulation und Eizellentnahme. Anschließend werden die Eizellen in einer Kinderwunschklinik für die Embryonenerstellung verwendet. Parallel werden Vereinbarungen zu medizinischen Informationen, Kontakt, Verwendung der Eizellen und rechtlichen Fragen getroffen.
Die FDA reguliert gespendete Eizellen und Spermien in den USA als reproduktives Gewebe und stellt Anforderungen unter anderem an Einrichtungen und die Feststellung der Donor Eligibility. Die ASRM ergänzt diese regulatorischen Vorgaben mit fachlichen Empfehlungen zu medizinischer Vorgeschichte, genetischer Risikoabschätzung und psychoedukativer Beratung.
Schon daran sieht man, warum „Wir suchen eine Eizellspenderin“ für uns rückblickend viel einfacher klingt, als der tatsächliche Prozess war.
Wie wählt man eine Eizellspenderin aus?
Ein Profil kann viel zeigen, aber kein zukünftiges Kind vorhersagen
Bevor wir selbst vor dieser Entscheidung standen, hatten wir keine wirkliche Vorstellung davon, wie sich die Auswahl anfühlen würde.
Je nach Programm enthalten Profile beispielsweise Informationen zur medizinischen und familiären Vorgeschichte, zu Ausbildung, Interessen und Lebensweg, zu früheren Eizellspenden und zu bereits durchgeführten Untersuchungen. Häufig gibt es Fotos aus verschiedenen Lebensphasen, manchmal persönliche Texte oder Informationen, die später für eine Familie beziehungsweise ein donor-conceived Kind verfügbar bleiben sollen.
Wenn man solche Profile zum ersten Mal sieht, kann schnell der Eindruck entstehen, man würde Eigenschaften eines zukünftigen Kindes auswählen.
So haben wir es irgendwann nicht mehr gesehen.
Natürlich schauten auch wir auf Fotos und lasen Interessen oder biografische Informationen. Ein solches Profil kann aber nicht vorhersagen, wie ein Kind später aussehen wird, welchen Charakter es entwickelt oder welchen Lebensweg es einschlägt. Für uns ging es deshalb zunehmend um eine andere Frage: Haben wir genug Informationen, um eine verantwortete Entscheidung über die Frau zu treffen, deren genetischer Beitrag dauerhaft Teil der Herkunft unseres Kindes sein wird?
Medizinische Vorgeschichte und genetisches Screening
Ein wichtiger Teil dieser Entscheidung war für uns die medizinische Seite.
ASRM empfiehlt bei potenziellen Eizellspenderinnen unter anderem medizinische Anamnese und Untersuchung, Tests auf relevante Infektionen, genetische Risikoabklärung und psychoedukative Beratung. Beim Carrier-Screening können bestimmte vererbbare Erkrankungen untersucht werden. Bei erweiterten Panels empfiehlt die Fachgesellschaft möglichst vergleichbare Untersuchungen der beteiligten Eizell- und Spermienquellen.
Auch wir wurden genetisch untersucht, ebenso unsere potenzielle genetische Mutter. Die Ergebnisse flossen in unseren medizinischen Prozess ein, bevor das Match endgültig bestätigt wurde.
Was wir heute stärker betonen würden: Solche Untersuchungen sind eine Risikoabschätzung, keine Garantie. Ein Carrier-Screening kann bekannte genetische Risiken identifizieren und bestimmte Kombinationen beurteilen, aber es kann weder sämtliche genetischen Erkrankungen ausschließen noch garantieren, dass ein zukünftiges Kind gesund sein wird. Auch ASRM weist ausdrücklich auf den verbleibenden genetischen Restrisikoanteil nach einem Screening hin.
Was bedeutet „anonym“ bei einer Eizellspende heute überhaupt noch?
Diese Frage würden wir heute anders stellen als zu Beginn unserer Reise.
Programme verwenden verschiedene Begriffe für ihre Kontaktmodelle, beispielsweise anonym, semi-offen, offen oder später identifizierbar. Die ASRM empfiehlt inzwischen allerdings die Begriffe nonidentified und directed/identified anstelle von „anonymous“ und „known“.
Der Grund ist ziemlich praktisch: Eine dauerhafte Anonymität lässt sich in Zeiten kommerzieller DNA-Datenbanken, sozialer Medien und genetischer Verwandtschaftssuche kaum noch garantieren. Eine genetische Verbindung kann sogar dann auffindbar werden, wenn die betreffende Person selbst nie einen DNA-Test gemacht hat, weil andere genetische Verwandte in entsprechenden Datenbanken auftauchen können.
Für uns verschiebt das die entscheidenden Fragen. Weniger wichtig ist das Etikett, das ein Programm seinem Modell gibt. Wichtiger ist, was konkret dahintersteht.
Welche Informationen werden dauerhaft gespeichert? Können neue medizinische Informationen später noch weitergegeben werden? Ist direkter Kontakt möglich, vorgesehen oder ausgeschlossen? Welche Möglichkeiten hat ein donor-conceived Kind später, wenn eigene Fragen entstehen? Und wer sorgt dafür, dass die dafür notwendigen Unterlagen auch nach vielen Jahren noch existieren?
ASRM empfiehlt eine langfristige Dokumentation medizinischer und genetischer Informationen und weist darauf hin, dass sich Bedürfnisse rund um Herkunft und Kontakt über die Zeit entwickeln können.
Wie wir unsere genetische Mutter gefunden haben
Unsere Agentur bezeichnete unser damaliges Modell als „semi-anonym“. So hieß das konkrete Arrangement in unserem Programm.
Wir erhielten umfangreiche Informationen über mögliche Eizellspenderinnen, hatten während der normalen Auswahl aber keinen direkten persönlichen Kontakt. Gleichzeitig wollten wir von Anfang an nicht, dass die genetische Herkunft unseres Kindes zu einem Geheimnis wird. Für uns war wichtig, dass Informationen erhalten bleiben und unser Kind später selbst Fragen dazu stellen kann.
Als die Agentur uns fragte, was für eine Frau wir suchten, hatten wir zunächst keine besonders professionelle Antwort.
Sinngemäß sagten wir: eine Frau, die wir daten würden, wenn wir heterosexuell wären.
Damit kann natürlich niemand ein medizinisches Matching durchführen. Aber hinter der etwas unbeholfenen Antwort steckte etwas, das uns tatsächlich durch die Auswahl begleitet hat. Wir wollten nicht nur Datenpunkte vergleichen, sondern die Person hinter einem Profil wahrnehmen.
Wir schauten uns die medizinische und familiäre Vorgeschichte an, genetische Screening-Ergebnisse, ihre persönliche Geschichte, Interessen und ihren Lebensweg. Auch ihre Motivation und frühere Erfahrungen mit Eizellspenden interessierten uns. Nicht, weil wir glaubten, damit Charakter oder Persönlichkeit unseres zukünftigen Kindes auswählen zu können. Wir wussten aber, dass diese Frau einen dauerhaften Platz in seiner Herkunftsgeschichte haben würde.
Und dann hatten wir beide dieselbe Favoritin
Martin und Robert gingen die Profile zunächst unabhängig voneinander durch. Jeder erstellte für sich eine Favoritenliste.
Als wir sie anschließend verglichen, stand bei uns beiden dieselbe Frau ganz oben.
Damit wurde eine Entscheidung, über die wir vorher lange nachgedacht hatten, plötzlich erstaunlich einfach.
Sie hatte bereits zuvor Eizellen gespendet. Wir wussten deshalb auch, dass es genetische Halbgeschwister unseres zukünftigen Kindes in anderen Familien geben könnte. Das war für uns kein Ausschlusskriterium, aber es war etwas, das wir bewusst als Teil seiner Herkunft mitdenken wollten.
Unsere ganze persönliche Geschichte dieser Entscheidung erzählen wir hier:
Unsere Reise zur genetischen Mutter: Wie wir die Eizellspenderin für unser Kind fanden
Lieber anschauen als lesen? In unserem Video zu diesem Teil unserer Familiengründung erzählen wir ausführlicher, wie sich die Suche und die Entscheidung für uns tatsächlich angefühlt haben.
Was nach der Auswahl medizinisch passierte
Nachdem unsere genetische Mutter ausgewählt und medizinisch freigegeben war, begann der reproduktionsmedizinische Teil.
Bei ihr gehörten dazu hormonelle Stimulation, medizinische Kontrollen und schließlich die Eizellentnahme. In unserem konkreten Prozess wurden die gewonnenen Eizellen danach zunächst kryokonserviert. Später wurden sie für die Embryonenerstellung verwendet und zwischen unseren beiden Samenproben aufgeteilt.
Damit verlassen wir auf dieser Seite bewusst die Detailtiefe.
ICSI, Embryokultur, Blastozystenentwicklung, PGT-A und die Kryokonservierung unserer später entstandenen Embryonen gehören zu unserem medizinischen Weg, aber sie brauchen nicht noch einmal einen zweiten ausführlichen IVF-Abschnitt hier.
Eizellspende, Samenproben und Embryonenschaffung: unser medizinischer Weg
Dort erzählen wir genauer, was unsere genetische Mutter medizinisch durchlief, wie unsere beiden Samenproben verwendet wurden und wie aus den Eizellen schließlich unsere Embryonen entstanden.
Welche Risiken hat eine Eizellspende?
So sehr der Blick der Intended Parents verständlicherweise auf die Hoffnung auf Eizellen und spätere Embryonen gerichtet ist: Eine Eizellspende ist für die Frau, die sie durchläuft, eine medizinische Behandlung und nicht risikofrei.
Die hormonelle Stimulation kann Nebenwirkungen verursachen. Zu den relevanten Risiken gehören unter anderem ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom, kurz OHSS, und seltene Komplikationen rund um die Eizellentnahme.
ASRM beziffert das Risiko eines schweren OHSS bei einer Eizellspende auf ungefähr 1 bis 2 Prozent pro Entnahmezyklus. Schwere akute Komplikationen wie Beckeninfektionen, Blutungen in den Bauchraum oder eine Ovarialtorsion werden insgesamt mit unter 0,5 Prozent angegeben. Gleichzeitig ist die Langzeitdatenlage insbesondere bei wiederholten Eizellspenden begrenzt.
Unsere genetische Mutter hat uns ihre Behandlung damals als körperlich anstrengend beschrieben und gleichzeitig gesagt, dass sie sich medizinisch gut betreut fühlte. Das ist ihre Erfahrung, so wie sie sie uns geschildert hat. Wir können daraus nicht ableiten, wie eine andere Eizellspenderin denselben Prozess erleben würde.
Was sich für uns über die Jahre verändert hat, ist vor allem der Blick auf diese Phase. Zu Beginn unseres Kinderwunsches beschäftigten wir uns naturgemäß stark mit der Frage, ob genügend Eizellen gewonnen werden und daraus Embryonen entstehen würden. Heute gehört für uns genauso selbstverständlich die Frage dazu, welche körperliche Belastung eine andere Person dafür auf sich nimmt.
Was bei der Auswahl aus unserer Sicht oft zu kurz kommt
Ein Profil ist nur der sichtbare Anfang eines viel größeren Systems.
Freiwilligkeit und Selbstbestimmung
Die Entscheidung zur Eizellspende sollte informiert und freiwillig getroffen werden. Uns war wichtig, nicht den Eindruck zu haben, dass eine Frau aus unmittelbarem wirtschaftlichem Druck eine medizinische Behandlung für uns auf sich nimmt.
Gleichzeitig wäre es vermessen zu behaupten, wir hätten ihre gesamte persönliche oder wirtschaftliche Situation beurteilen können. Wir konnten nur auf das Programm, die Gespräche, die vorgesehenen Schutzmechanismen und die Informationen vertrauen, die uns zur Verfügung standen.
Medizinische Absicherung endet nicht mit der Eizellentnahme
Auch die Frage, wer für medizinische Folgen oder Komplikationen einer Spende aufkommt, gehört für uns in diesen Prozess. ASRM empfiehlt, dass für spendebedingte medizinische Ausgaben beziehungsweise Komplikationen eine entsprechende Absicherung vorhanden ist.
Informationen können noch Jahre später wichtig werden
Medizinische und genetische Informationen verlieren nach der Geburt nicht ihre Bedeutung. In einer Familie können später neue Diagnosen auftauchen. Ein donor-conceived Mensch kann irgendwann mehr über genetische Verwandte wissen wollen. Auch Halbgeschwister in anderen Familien können Teil dieser Geschichte sein.
ASRM empfiehlt deshalb nicht nur Screening vor einer Spende, sondern auch eine langfristige Aufbewahrung entsprechender Informationen. Die Fachgesellschaft unterstützt außerdem, dass donor-conceived Personen Zugang zu medizinischer und genetischer Herkunftsinformation erhalten können.
Unsere genetische Mutter hatte bereits zuvor gespendet. Dass daraus genetische Halbgeschwister unseres Sohnes in anderen Familien existieren könnten, war uns also von Anfang an bewusst. Wir wollten diese Möglichkeit nicht als theoretischen Nebensatz behandeln, sondern als Teil seiner Herkunftsgeschichte.
Rechtlicher Rahmen: Warum wir hier nur Kalifornien konkret einordnen
Auch rechtlich gibt es nicht einfach „das US-Recht zur Eizellspende“.
Die FDA reguliert auf Bundesebene medizinische Aspekte gespendeten reproduktiven Gewebes. Fragen der rechtlichen Elternschaft richten sich zusätzlich nach dem jeweiligen Bundesstaat.
Für unsere Familiengründung war Kalifornien relevant.
California Family Code § 7613(c) sieht vor, dass eine Person, die Eizellen für die assistierte Reproduktion einer anderen Person bereitstellt, grundsätzlich nicht dadurch rechtlicher Elternteil des daraus entstehenden Kindes wird. Eine Ausnahme kann bestehen, wenn entsprechende Elternschaftsabsichten nachgewiesen werden.
Unser eigener Prozess umfasste zusätzlich eine vertragliche Regelung mit unserer genetischen Mutter. Darin wurden Rahmenbedingungen der Spende und auch Fragen des zukünftigen Kontakts geregelt.
Das ist unsere konkrete Erfahrung in Kalifornien und keine allgemeine Rechtsanleitung für einen US-Kinderwunsch. Wer einen solchen Prozess plant, sollte die eigene Konstellation mit einer auf Reproduktionsrecht spezialisierten Kanzlei im jeweiligen Bundesstaat klären.
Wie Eizellspende, Leihmutterschaft und spätere Elternschaft bei uns zusammenspielten, ordnen wir im Gesamtprozess ausführlicher ein:
Leihmutterschaft USA: Gesamtprozess und Anerkennung in Deutschland
Was kostet eine Eizellspende in den USA?
Die Kosten unterscheiden sich stark nach Programm, Klinik, Vergütung, Medikamenten, medizinischem Verlauf, genetischen Untersuchungen und der anschließenden Embryonenerstellung.
Deshalb bauen wir hier bewusst keine zweite vollständige Kostenrechnung auf.
In unserem aktuellen Kostenmodell rechnen wir für Eizellspende und Embryonenerstellung zusammen mit einem Planungsrahmen von ungefähr 30.000 bis 45.000 US-Dollar. Das ist kein garantierter Paketpreis und lässt sich nicht auf jeden Prozess übertragen.
Welche Kostenblöcke bei einer Leihmutterschaft in den USA insgesamt zusammenkommen und wie wir heute dafür kalkulieren würden, erklären wir separat:
Was kostet eine Leihmutterschaft in den USA? Unser vollständiger Kosten-Guide
Welche Fragen sollten vor der Auswahl gestellt werden?
Man sollte zuerst verstehen wollen, welches System dahintersteht.
Folgende Fragen sind hier interessant:
- Welche medizinischen und genetischen Untersuchungen werden durchgeführt und welche Grenzen haben sie?
- Wie ausführlich ist die Familienanamnese und wie können spätere medizinische Veränderungen ergänzt werden?
- Was bedeutet das angebotene Kontaktmodell ganz konkret?
- Welche Informationen bleiben für ein zukünftiges donor-conceived Kind erhalten und wie kann es später darauf zugreifen?
- Wie geht das Programm mit möglichen genetischen Halbgeschwistern um?
- Wie werden Einwilligung, psychoedukative Beratung und die medizinische Absicherung der Eizellspenderin organisiert?
- Welche rechtlichen Vereinbarungen gibt es und was geschieht mit nicht verwendeten Eizellen beziehungsweise später entstandenen Embryonen?
Erst danach würden wir uns mit der Frage beschäftigen, welches Profil sich für uns persönlich richtig anfühlt.
FAQ zur Eizellspende in den USA
Ist Eizellspende in den USA erlaubt?
Ja, gespendete Eizellen werden in den USA im Rahmen assistierter Reproduktion verwendet. Auf Bundesebene reguliert die FDA bestimmte Aspekte von gespendetem reproduktivem Gewebe. Rechtliche Fragen zur Elternschaft und zu Vereinbarungen hängen zusätzlich vom jeweiligen Bundesstaat und der konkreten Konstellation ab.
Welche Untersuchungen werden bei einer Eizellspenderin durchgeführt?
ASRM empfiehlt unter anderem medizinische Anamnese und Untersuchung, infektiologische Tests, genetische Risikoabklärung und psychoedukative Beratung. Welche weiteren Untersuchungen durchgeführt werden, hängt vom Programm und der individuellen Situation ab.
Können genetische Tests Krankheiten beim Kind ausschließen?
Nein. Carrier-Screening kann bekannte genetische Risiken identifizieren und dabei helfen, bestimmte Kombinationen von Varianten zu beurteilen. Es kann aber nicht garantieren, dass ein Kind gesund sein wird, und nicht sämtliche genetischen Erkrankungen ausschließen.
Ist eine Eizellspenderin wirklich anonym?
Eine Identität kann innerhalb eines Programms zunächst nicht offengelegt werden. Dauerhafte Anonymität lässt sich heute allerdings kaum garantieren. DNA-Datenbanken, genetische Verwandtschaftssuche und andere Technologien können eine spätere Identifizierung ermöglichen, selbst wenn die betreffende Person selbst keinen kommerziellen DNA-Test durchgeführt hat. Die ASRM verwendet deshalb inzwischen eher nonidentified als „anonymous“.
Welche Kontaktform haben wir gewählt?
Unsere Agentur bezeichnete unser damaliges Modell als semi-anonym. Wir erhielten umfangreiche Informationen über unsere genetische Mutter, hatten während der normalen Auswahl aber keinen direkten persönlichen Kontakt.
Uns war gleichzeitig wichtig, dass unser Kind später Fragen zu seiner genetischen Herkunft stellen können sollte und Informationen nicht grundsätzlich verborgen bleiben. „Semi-anonym“ beschreibt das Modell unseres damaligen Programms und ist keine einheitliche medizinische oder rechtliche Kategorie in den USA.
Welche Risiken hat eine Eizellspende?
Zu den Risiken gehören unter anderem Nebenwirkungen der hormonellen Stimulation, OHSS und seltene akute Komplikationen der Eizellentnahme. ASRM nennt für schweres OHSS ungefähr 1 bis 2 Prozent pro Entnahmezyklus und für bestimmte schwere akute Komplikationen insgesamt weniger als 0,5 Prozent.
Was kostet eine Eizellspende in den USA?
In unserem aktuellen Kostenmodell rechnen wir für Eizellspende und Embryonenerstellung zusammen mit ungefähr 30.000 bis 45.000 US-Dollar als Planungsrahmen. Die tatsächlichen Kosten können je nach Programm und medizinischem Verlauf davon abweichen.
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Quellen und medizinischer Prüfstand
Für die allgemeinen medizinischen und rechtlichen Erläuterungen dieser Seite haben wir insbesondere folgende Primär- und Fachquellen geprüft:
- U.S. Food and Drug Administration: Reproductive Tissue Donation zu bundesrechtlicher Regulierung von gespendeten Eizellen und Spermien.
- American Society for Reproductive Medicine: Gamete and embryo donation guidance (2024) zu medizinischem, infektiologischem und genetischem Screening sowie psychoedukativer Beratung.
- American Society for Reproductive Medicine: Repetitive oocyte donation zu medizinischen Risiken der ovariellen Stimulation und Eizellentnahme sowie zur begrenzten Langzeitdatenlage.
- American Society for Reproductive Medicine: Updated terminology for gamete and embryo donors zu nonidentified/directed donors und den Grenzen dauerhafter Anonymität.
- American Society for Reproductive Medicine: Informing offspring of their conception by gamete or embryo donation zu Herkunftsinformationen, Offenheit und den Interessen donor-conceived Personen.
- California Family Code § 7613 zum kalifornischen Parentage-Rahmen bei assistierter Reproduktion mit gespendeten Eizellen oder Spermien.
Medizinischer und inhaltlicher Prüfstand: 15. August 2026.
Hinweis: Medizinische Empfehlungen, rechtliche Vorgaben und Programme können sich ändern. Dieser Überblick ersetzt keine individuelle reproduktionsmedizinische, genetische oder rechtliche Beratung.
Hinter einem Profil stand irgendwann ein echter Mensch
Wenn wir heute an die Auswahl zurückdenken, erinnern wir uns natürlich noch an die Profile. Wir haben Fotos angeschaut, medizinische Informationen gelesen, Favoriten verglichen und versucht, eine Entscheidung über etwas zu treffen, das damals noch vollkommen theoretisch war.
Dann stellten wir fest, dass wir beide unabhängig voneinander dieselbe Frau ausgewählt hatten. Sie sagte Ja, und plötzlich war sie nicht mehr nur eines von vielen Profilen.
Jahre später ist diese Entscheidung Teil der Geschichte unseres Sohnes.
Genau deshalb würden wir Eizellspende heute auch nicht nur als medizinischen Zwischenschritt auf dem Weg zur Leihmutterschaft beschreiben. Für uns begann dort eine genetische Verbindung, die dauerhaft zu unserer Familie gehört.