Leihmutterschaft USA

Leihmutterschaft in den USA: Ablauf & Anerkennung in Deutschland

Wie läuft eine Leihmutterschaft in den USA tatsächlich ab, und was passiert anschließend, wenn die Familie in Deutschland lebt?

Wir sind Martin und Robert und haben diesen Weg selbst durchlaufen. Unsere Familie entstand durch eine Leihmutterschaft in Kalifornien. Auf dieser Seite trennen wir zwei Dinge, die bei der Recherche schnell ineinanderlaufen: den eigentlichen Prozess in den USA und die Fragen, die später für Deutschland wichtig werden. An den Stellen, an denen unsere eigene Erfahrung hilft, zeigen wir, wie es bei uns konkret war.

Letzte inhaltliche und rechtliche Prüfung: 14. August 2026
Von: Robert · Papaarade

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag verbindet unsere persönliche Erfahrung mit recherchierten Informationen. Wir sind keine Rechtsanwälte, Ärzte oder Leihmutterschaftsagentur. Gerade bei Abstammungsrecht, Staatsangehörigkeit, Verträgen und medizinischen Entscheidungen solltet ihr euren konkreten Fall mit entsprechend spezialisierten Fachpersonen prüfen.


Leihmutterschaft USA: der Ablauf auf einen Blick

Wenn ihr zunächst nur verstehen möchtet, wie die einzelnen Teile zusammenhängen, lässt sich unser Weg vereinfacht in acht Phasen einteilen:

1. Orientierung und Wahl des US-Bundesstaats
Rechtliche Rahmenbedingungen, Budget und grundlegendes Modell klären.

2. Agentur, Kinderwunschklinik und Eizellspende
Partner auswählen und gegebenenfalls eine Eizellspenderin finden.

3. IVF und Embryonen
Eizellen gewinnen, befruchten und Embryonen erzeugen.

4. Matching mit einer Tragemutter
Medizinische Voraussetzungen, Erwartungen, Werte und persönliche Passung klären.

5. Verträge und medizinische Freigabe
Rechtliche Vereinbarungen abschließen, anschließend Embryotransfer vorbereiten.

6. Embryotransfer und Schwangerschaft
Transfer, Schwangerschaft und laufende medizinische Betreuung.

7. Gerichtliche Elternschaft und Geburt
Je nach Bundesstaat wird die Elternschaft vor oder nach der Geburt gerichtlich festgestellt.

8. Geburtsurkunde, Dokumente und Deutschland
Dokumente für das Kind beschaffen, Rückreise organisieren und deutsche personenstands- und staatsangehörigkeitsrechtliche Fragen klären.

Wichtig ist: Es gibt keinen einheitlichen Ablauf für die gesamten USA. Leihmutterschaftsrecht ist stark bundesstaatlich geprägt. In Kalifornien regelt beispielsweise Family Code § 7962 unter anderem Anforderungen an gestationelle Vereinbarungen, getrennte anwaltliche Vertretung, den Zeitpunkt vor einem Embryotransfer und ein gerichtliches Verfahren zur Feststellung der Elternschaft.


Warum die USA und warum Kalifornien?

Die USA sind bei Leihmutterschaft kein einheitlicher Rechtsraum. Die konkrete Situation hängt vom gewählten Bundesstaat ab.

Für uns war deshalb nicht einfach die Frage:

„In welchem Land ist Leihmutterschaft möglich?“

sondern:

„Wo gibt es einen rechtlichen und organisatorischen Rahmen, mit dem wir uns als schwules Paar und künftige Eltern wohlfühlen?“

Wir entschieden uns für Kalifornien. Dort definiert das Gesetz einen „Intended Parent“ ausdrücklich unabhängig davon, ob die Person verheiratet oder unverheiratet ist, und enthält spezifische Regelungen für gestationelle Tragemutterschaft.

Wenn ihr verschiedene Länder und Modelle zunächst vergleichen möchtet:

Leihmutterschaft weltweit vergleichen


Der Ablauf einer Leihmutterschaft in den USA im Detail

1. Orientierung: Bevor überhaupt etwas Medizinisches passiert

Am Anfang stehen überraschend viele Entscheidungen, obwohl noch keine Schwangerschaft in Sicht ist.

Dazu gehören beispielsweise:

  • welches Land und welcher Bundesstaat infrage kommen
  • welche rechtlichen Voraussetzungen gelten
  • welche Agentur und Kinderwunschklinik passen
  • ob eine Eizellspende benötigt wird
  • welcher Budgetrahmen realistisch ist
  • wie Versicherungen organisiert werden
  • wie die Elternschaft vor Ort rechtlich abgesichert werden soll
  • welche Schritte später in Deutschland wichtig werden können.

Gerade bei internationalen Familien lohnt es sich, die amerikanische und deutsche Seite von Beginn an gemeinsam zu denken. Eine in Kalifornien funktionierende Familiengründung und die spätere rechtliche Behandlung in Deutschland sind zwei unterschiedliche Rechtsfragen.

Bei uns

Wir haben deshalb bereits lange vor der Geburt mit spezialisierten Beteiligten in den USA und Deutschland gearbeitet. Unser amerikanischer Prozess fand in Kalifornien statt.

2. Eizellspende und Kinderwunschklinik

Bei einer Leihmutterschaft für zwei Männer wird neben Sperma auch eine Eizelle benötigt. Allgemein sprechen wir in diesem Zusammenhang von einer Eizellspenderin. Wenn wir über unsere eigene Familiengeschichte sprechen, nennen wir die Frau, von der die Eizelle unseres Sohnes stammt, seine genetische Mutter. Sie und unsere Tragemutter sind zwei verschiedene Personen mit unterschiedlichen Rollen.

Tragemutter:
trägt einen Embryo aus, zu dem sie bei einer gestationellen Leihmutterschaft keine genetische Verbindung hat.

Das kalifornische Recht unterscheidet ebenfalls ausdrücklich zwischen einer traditionellen Surrogate und einer gestational carrier. Bei letzterer besteht keine genetische Verbindung zum Embryo.

Bei uns begann dieser Teil mit der Suche nach unserer genetischen Mutter und der medizinischen Vorbereitung auf die Embryonenerstellung.

Unsere Erfahrungen mit Eizellspende ansehen 

3. IVF und Embryonenerstellung

Nach der Auswahl einer Eizellspenderin beginnt der medizinische Teil.

Typischerweise gehören dazu:

  • medizinisches Screening
  • hormonelle Stimulation der Eizellspenderin
  • Eizellentnahme
  • Befruchtung im Labor
  • Entwicklung der Embryonen
  • gegebenenfalls genetische Untersuchungen
  • Kryokonservierung
  • Auswahl eines Embryos für einen späteren Transfer.

Wie genau eine IVF medizinisch durchgeführt wird und welche Untersuchungen sinnvoll oder erforderlich sind, gehört in die individuelle Beratung durch die behandelnde Reproduktionsklinik.

Die medizinischen Details erzählen wir deshalb separat. Dort beschreiben wir unseren eigenen Behandlungsplan und unterscheiden bewusst zwischen dem, was bei uns gemacht wurde, und dem, was für andere Familien medizinisch sinnvoll sein kann.

Unseren medizinischen Weg ansehen

4. Matching mit einer Tragemutter

Für uns war Matching einer der Teile, bei denen aus einem organisatorischen Projekt zunehmend eine zwischenmenschliche Beziehung wurde.

Agenturen prüfen Tragemütter in der Regel anhand verschiedener medizinischer und organisatorischer Voraussetzungen. Für Intended Parents kommt aber etwas hinzu, das sich schlechter in einer Checkliste erfassen lässt:

Passen Erwartungen und Menschen zueinander?

Bei unserem Kennenlernen waren für uns unter anderem wichtig:

  • Kommunikation
  • Erwartungen während der Schwangerschaft
  • medizinische Vorstellungen
  • Umgang mit schwierigen Entscheidungen
  • Kontakt untereinander
  • Erwartungen rund um die Geburt
  • gegenseitiger Respekt
  • die Frage, ob sich alle mit dem gemeinsamen Weg wohlfühlen.

Wir würden Matching deshalb nicht als „Auswahl einer Tragemutter“ beschreiben, sondern als gegenseitige Entscheidung für einen gemeinsamen Prozess.

Unsere Erfahrungen mit Matching und Kennenlernen

5. Vertragliche Phase vor dem Embryotransfer

Spätestens jetzt wird deutlich, wie stark medizinische und rechtliche Abläufe ineinandergreifen.

In Kalifornien müssen Tragemutter und Intended Parents vor Abschluss der gestationellen Vereinbarung jeweils durch getrennte, unabhängige Anwälte vertreten sein. Der Vertrag muss abgeschlossen sein, bevor mit bestimmten medizinischen Schritten zur Vorbereitung des Embryotransfers begonnen wird.

Der Vertrag kann unter anderem Fragen regeln zu:

  • medizinischen Abläufen
  • Auslagen und Kompensation
  • Versicherungen
  • Kommunikation
  • Schwangerschaft
  • Geburt
  • Zuständigkeiten
  • möglichen Komplikationen.

Das ist einer der Punkte, an denen Internetvorlagen oder Erfahrungsberichte keine individuelle anwaltliche Beratung ersetzen können.

6. Embryotransfer und Schwangerschaft

Nach medizinischer und rechtlicher Freigabe kann der Embryotransfer stattfinden.

Von Deutschland aus eine Schwangerschaft in Kalifornien zu begleiten, war für uns eine besondere Form von Elternwerden. Vieles passierte weit entfernt von unserem Alltag, gleichzeitig wurde die Schwangerschaft mit jedem Termin realer.

Während dieser Zeit liefen mehrere Ebenen parallel:

  • medizinische Betreuung
  • Kontakt mit unserer Tragemutter
  • organisatorische Planung
  • rechtliche Vorbereitung
  • Reiseplanung für die Geburt
  • Versicherungs- und Dokumentenfragen.

Das ist ein Grund, warum wir den Prozess nicht nur als medizinische Abfolge verstehen. Vieles davon ist gleichzeitig Beziehungsarbeit, Organisation und Vorbereitung auf Elternschaft.

7. Pre-Birth-Order: rechtliche Elternschaft in Kalifornien

Ein zentraler Unterschied zu vielen anderen Konstellationen ist die Möglichkeit einer gerichtlichen Feststellung der Elternschaft.

Nach California Family Code § 7962 kann ein Verfahren zur Feststellung der Eltern-Kind-Beziehung bereits vor der Geburt eingeleitet werden. Das Gericht kann die Elternschaft der im Vertrag genannten Intended Parents feststellen und festlegen, dass die gestationelle Tragemutter und gegebenenfalls deren Ehe- oder Lebenspartner keine rechtlichen Eltern des Kindes sind.

Bei uns

Unsere Pre-Birth-Order wurde 3 Monate vor der Geburt erlassen.

Damit stand für unseren kalifornischen Fall bereits vor der Geburt gerichtlich fest, wer die rechtlichen Eltern unseres Sohnes sein sollten.

Dieser Punkt wird später auch für die deutsche Seite wichtig.

Denn:

Eine gerichtliche Entscheidung zur Elternschaft ist rechtlich etwas anderes als nur eine amerikanische Geburtsurkunde.

8. Geburt und amerikanische Dokumente

Unser Sohn wurde am 22. Januar 2026 in Kalifornien geboren.

Nach der Geburt begann sehr schnell ein zweiter organisatorischer Prozess. Neben dem ganz normalen Ankommen als neue Väter mussten wir Dokumente beschaffen und unsere spätere Rückreise nach Deutschland vorbereiten.

Dazu gehörten in unserem Fall unter anderem:

  • die amerikanische Geburtsurkunde
  • die gerichtliche Parentage Order
  • Reisedokumente und Pässe
  • weitere beglaubigte beziehungsweise apostillierte Unterlagen für Deutschland.

Genau hier endet für viele Übersichten im Internet die Geschichte mit:

„Das Baby ist geboren.“

Für eine internationale Familie beginnt an dieser Stelle aber häufig noch einmal eine völlig neue Bürokratiephase.


Anerkennung in Deutschland: Was wird eigentlich anerkannt?

Das ist der wichtigste rechtliche Teil dieser Seite.

Der Ausdruck „Anerkennung der Leihmutterschaft in Deutschland“ ist zwar eine verständliche Suchformulierung, rechtlich aber ungenau.

Deutschland erkennt nicht abstrakt „eine Leihmutterschaft“ an.

Relevant können vielmehr unterschiedliche Fragen sein:

  1. Wird eine ausländische gerichtliche Entscheidung zur Elternschaft in Deutschland anerkannt?
  2. Wer gilt in Deutschland rechtlich als Elternteil?
  3. Welche Staatsangehörigkeit besitzt das Kind?
  4. Welche Dokumente werden für einen deutschen Pass benötigt?
  5. Soll beziehungsweise kann die Geburt zusätzlich in einem deutschen Geburtenregister nachbeurkundet werden?

Diese Fragen hängen miteinander zusammen, sind aber nicht dasselbe Verfahren.

Ausländische Gerichtsentscheidung: § 108 und § 109 FamFG

§ 108 FamFG sieht grundsätzlich vor, dass ausländische Entscheidungen außerhalb bestimmter Ausnahmen ohne besonderes Anerkennungsverfahren anerkannt werden. § 109 FamFG nennt wiederum Gründe, aus denen die Anerkennung ausgeschlossen sein kann, unter anderem eine offensichtliche Unvereinbarkeit mit wesentlichen Grundsätzen des deutschen Rechts.

Für Leihmutterschaft besonders relevant ist eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2014.

Im Verfahren XII ZB 463/13 ging es um ein gleichgeschlechtliches Paar und eine kalifornische Gerichtsentscheidung zur Elternschaft nach einer Leihmutterschaft. Der BGH kam in dieser konkreten Konstellation zu dem Ergebnis, dass allein die Zuweisung der rechtlichen Elternschaft an die Wunscheltern keinen Verstoß gegen den deutschen ordre public begründet, wenn ein Wunschelternteil genetisch mit dem Kind verbunden ist und die Tragemutter nicht genetisch mit ihm verwandt ist.

Bedeutet das automatisch eine Stiefkindadoption für den zweiten Vater?

Nein. Ob eine Adoption erforderlich ist, lässt sich nicht allein daraus ableiten, ob ein Elternteil genetisch mit dem Kind verwandt ist.

Entscheidend können unter anderem sein:

  • ob eine ausländische Gerichtsentscheidung vorliegt
  • was diese Entscheidung genau feststellt
  • welches Recht auf die Abstammung anzuwenden ist
  • genetische Verwandtschaft
  • Status der Tragemutter
  • konkrete Familienkonstellation
  • Voraussetzungen der Anerkennung nach deutschem Recht.

Diesen Teil solltet ihr deshalb immer individuell prüfen lassen.

Geburtsurkunde und Gerichtsbeschluss sind nicht dasselbe

Dieser Unterschied ist besonders wichtig.

Eine amerikanische Geburtsurkunde dokumentiert einen Personenstand. Eine gerichtliche Entscheidung, mit der die Elternschaft festgestellt wurde, besitzt eine andere rechtliche Qualität.

Genau deshalb sollte bei einer internationalen Leihmutterschaft nicht erst nach der Geburt geklärt werden, welche Dokumente später in Deutschland benötigt werden.

Bei einer California-Surrogacy kann eine gerichtliche Elternschaftsentscheidung bereits vor der Geburt beantragt und erlassen werden.

Deutsche Staatsangehörigkeit und deutscher Pass

Auch die Staatsangehörigkeit ist eine eigene Rechtsfrage.

Nach § 4 Abs. 1 Staatsangehörigkeitsgesetz erwirbt ein Kind grundsätzlich durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein rechtlich maßgeblicher Elternteil deutscher Staatsangehöriger ist. Welche Abstammungs- beziehungsweise Elternstellung für den konkreten Fall maßgeblich ist, muss jedoch gerade bei internationalen Leihmutterschaftskonstellationen vorher sauber geklärt werden.

Bei uns

Unser Sohn erhielt nach der Geburt sowohl amerikanische als auch deutsche Reisedokumente.

Für uns war das Ergebnis vergleichsweise geradlinig, weil wir die rechtliche Konstruktion und notwendigen Dokumente bereits vor der Geburt vorbereitet hatten.

Das sollte aber nicht als Versprechen verstanden werden, dass jeder deutsche Fall identisch abläuft.

Nachbeurkundung der Geburt in Deutschland

Eine weitere häufige Verwechslung:

Deutscher Pass und deutsche Nachbeurkundung sind nicht dasselbe.

§ 36 Personenstandsgesetz ermöglicht es grundsätzlich, die Geburt eines deutschen Staatsangehörigen im Ausland auf Antrag in einem deutschen Geburtenregister nachbeurkunden zu lassen. Das Gesetz formuliert dies als Möglichkeit, nicht als automatische Folge jeder Auslandsgeburt.

Wir haben uns nach unserer Rückkehr ebenfalls mit der Nachbeurkundung unserer Auslandsgeburt beschäftigt.

Dieser Schritt gehört deshalb in unseren Dokumenten-Guide und nicht in eine pauschale Aussage wie:

„Die Geburt muss in Deutschland anerkannt werden.“

Welche Dokumente können wichtig werden?

Welche Unterlagen tatsächlich benötigt werden, hängt vom konkreten Fall ab.

In unserer Konstellation waren beziehungsweise wurden unter anderem relevant:

  • gerichtliche Parentage Order / Pre-Birth-Order
  • amerikanische Geburtsurkunde
  • gegebenenfalls Long-Form-Version der Geburtsurkunde
  • Apostillen
  • beglaubigte Übersetzungen
  • Reisepässe
  • Unterlagen zu deutscher Staatsangehörigkeit
  • Unterlagen für eine mögliche Nachbeurkundung.

Nicht jeder Fall braucht jede dieser Unterlagen in derselben Form oder Reihenfolge.

Dokumente & Bürokratie nach der Geburt

Leihmutterschaft in Deutschland: Was ist tatsächlich verboten?

Bestimmte medizinische Handlungen zur Durchführung einer Ersatzmutterschaft sind in Deutschland nach § 1 Abs. 1 Nr. 7 Embryonenschutzgesetz strafbewehrt. Die Ersatzmuttervermittlung ist nach § 13c Adoptionsvermittlungsgesetz untersagt und nach § 14b strafbewehrt. Das beantwortet aber nicht automatisch die separate Frage, wie eine im Ausland entstandene Familienkonstellation und eine dort ergangene gerichtliche Elternschaftsentscheidung in Deutschland behandelt werden.

Für konkrete grenzüberschreitende Planungen sollte vor Vertragsabschluss spezialisierter Rechtsrat eingeholt werden.


Unsere Erfahrung

Von der Planung in Deutschland zur Geburt in Kalifornien und zurück

Wir hatten lange Zeit das Gefühl, Familiengründung bestehe aus einer endlosen Reihe von Projektschritten.

Agentur. Klinik. Eizellspende. Embryonen. Matching. Verträge. Transfer. Schwangerschaft. Anwälte. Versicherungen. Reiseplanung.

Dann wurde unser Sohn geboren, und innerhalb weniger Stunden war aus diesem jahrelangen Projekt etwas völlig anderes geworden:

Wir waren einfach seine Väter.

Trotzdem lief die Organisation weiter.

Unsere wichtigsten Stationen waren:

Mai 2025
Embryotransfer in Kalifornien

Oktober 2025
unsere kalifornische Pre-Birth-Order

Januar 2026
Geburt unseres Sohnes in Kalifornien

danach
Geburtsurkunde, amerikanische und deutsche Dokumente sowie Vorbereitung unserer Rückkehr nach Deutschland

nach der Rückkehr
weitere deutsche Personenstands- und Dokumentenfragen, darunter die Nachbeurkundung der Auslandsgeburt.

Genau diese Kombination ist der Grund, warum wir auf Papaarade zwischen zwei Ebenen unterscheiden:

Wir können sehr genau erzählen, wie es bei uns war.

und

Wir können nicht versprechen, dass ein anderer Fall rechtlich identisch behandelt wird.


Wie lange dauert eine Leihmutterschaft in den USA?

Darauf gibt es keine seriöse allgemeingültige Monatszahl.

Die Gesamtdauer hängt unter anderem davon ab:

  • wie schnell eine Eizellspenderin gefunden wird
  • wie die IVF verläuft
  • ob genügend geeignete Embryonen entstehen
  • wie lange das Matching dauert
  • wann medizinische Freigaben vorliegen
  • ob ein Transfer erfolgreich ist
  • wie die Schwangerschaft verläuft
  • welche rechtlichen und administrativen Schritte notwendig sind.

Was kostet eine Leihmutterschaft in den USA?

Die Kosten können erheblich variieren und liegen typischerweise im sechsstelligen US-Dollar-Bereich.

Zu den Kostenblöcken können unter anderem gehören:

  • Agentur
  • Eizellspende
  • IVF und Kinderwunschklinik
  • Tragemutter und Auslagen
  • Versicherungen
  • unabhängige anwaltliche Vertretung
  • gerichtliches Verfahren
  • Schwangerschaft und Geburt
  • Reisen und Aufenthalt
  • Dokumente und Übersetzungen.

Kosten einer Leihmutterschaft in den USA


FAQ: Ablauf und Anerkennung

Ist Leihmutterschaft in den USA legal?

Es gibt kein einheitliches US-amerikanisches Leihmutterschaftsrecht. Die rechtlichen Regeln unterscheiden sich nach Bundesstaat.

In Kalifornien existieren ausdrückliche gesetzliche Regelungen für gestationelle Leihmutterschaft, Verträge und die gerichtliche Feststellung der Elternschaft.

Wird eine amerikanische Leihmutterschaft automatisch in Deutschland anerkannt?

So pauschal lässt sich die Frage nicht beantworten.

Rechtlich relevant kann insbesondere sein, ob eine ausländische gerichtliche Elternschaftsentscheidung vorliegt. Für ausländische Entscheidungen gelten grundsätzlich §§ 108 und 109 FamFG.

Die konkrete Familien- und Dokumentenkonstellation sollte individuell geprüft werden.

Braucht der zweite Vater immer eine Stiefkindadoption?

Nein, das lässt sich nicht pauschal sagen.

Der BGH hat bereits eine kalifornische gerichtliche Elternschaftsentscheidung zugunsten zweier männlicher Wunscheltern anerkannt, wobei einer der beiden genetisch mit dem Kind verwandt war und die Tragemutter nicht.

Ob in einem anderen Fall eine Adoption erforderlich oder sinnvoll ist, hängt von der konkreten rechtlichen Konstellation ab.

Reicht eine amerikanische Geburtsurkunde?

Eine Geburtsurkunde und eine gerichtliche Entscheidung über die Elternschaft sind rechtlich nicht identisch.

Gerade deshalb ist es sinnvoll, bereits vor der Geburt zu klären, welche Dokumente die deutschen Stellen im konkreten Fall benötigen werden.

Muss eine Auslandsgeburt in Deutschland nachbeurkundet werden?

§ 36 PStG ermöglicht bei deutschen Staatsangehörigen eine Nachbeurkundung der Auslandsgeburt auf Antrag.

Sie ist ein eigener personenstandsrechtlicher Schritt und sollte nicht mit Staatsangehörigkeit, Passbeantragung oder Anerkennung einer ausländischen Gerichtsentscheidung gleichgesetzt werden.

Können deutsche Paare legal eine Leihmutterschaft in den USA durchführen?

Das ist eine grenzüberschreitende Rechtsfrage, die sich nicht seriös mit einem einfachen Ja oder Nein für jede Konstellation beantworten lässt.

Das deutsche Recht enthält Verbote und Strafvorschriften zur medizinischen Durchführung und Vermittlung im Inland, wobei einzelne Vorschriften ausdrücklich Ausnahmen von der Strafbarkeit für Bestelleltern enthalten.

Wer einen Prozess im Ausland plant, sollte die konkrete Gestaltung deshalb vor Agenturvertrag, medizinischer Behandlung und Surrogacy-Vertrag mit spezialisierten Anwälten prüfen.


Unsere Quellen für die rechtliche Einordnung

Für die allgemeinen rechtlichen Aussagen in diesem Guide stützen wir uns insbesondere auf folgende Primärquellen:

Hinweis: Rechtslage und Verwaltungspraxis können sich ändern. Unsere eigene Erfahrung ist keine Rechtsberatung und lässt sich nicht automatisch auf andere Familienkonstellationen übertragen. Bei einer konkreten grenzüberschreitenden Familiengründung empfehlen wir deshalb eine frühzeitige Beratung durch spezialisierte Fachanwält:innen.

Wenn aus dem Prozess plötzlich Papierkram wird

Vor der Geburt hatten wir jahrelang über Agenturen, IVF, Matching und Schwangerschaft nachgedacht.

Nach der Geburt drehten sich unsere Fragen plötzlich um ganz andere Dinge:

Welche Geburtsurkunde brauchen wir?
Welche Apostille?
Wann können wir einen Pass beantragen?
Welche Dokumente braucht Deutschland?
Was muss übersetzt werden?
Und wann können wir eigentlich nach Hause?

Genau diese Phase haben wir in einem eigenen Guide zusammengefasst.

Dokumente & Bürokratie nach der Geburt

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